Radtour im Karwendel 

Trotz durchwachsener Wettervorhersage diesmal also eine Radtour ins Karwendel. Da wir ja inzwischen schon Profis für Mehrtagestouren sind, lässt Matze die Sache auch erstmal entspannt angehen. Geplante Abfahrtszeit 5:30 daraus folgt: Wecker auf 5:45 stellen und dann noch einmal auf Snooze....das müsste hinkommen. Wir machen uns also fröhlich mit einer halben Stunde Verspätung auf den Weg nach Mittenwald. Gerüchteweise erreichte Schulzis gelber Flitzer auf dem Weg zeitweise 120 , da die Vibrationen die Tachonadel aber zwischen 60 und 180 tanzen ließen ist das aber wohl eher als Schätzung zu verstehen.

In Mittenwald angekommen war erstmal Begeisterung über das nicht Vorhersage-konforme Wetter angesagt. Warum man allerdings genau neben den Parkplatz an dem sich alle Moutainbiker umziehen einen Kinderspielplatz baut hat sich uns nicht wirklich erschlossen. Naja, so ham die Mammis halt auch mal was zu sehen bekommen.

Die Tour führte uns zunächst gemütlich durch das Karwendeltal und schliesslich nach einem etwas länglichen aber gut fahrbaren Anstieg zum Karwendelhaus. Hier war erstmal Rast mit einem leichten Mittagessem angesagt. Die Definition von leicht ließ im Falle von Schulzi auch Platz für das Bergsteigermenü. Der Mann hat einfach einen Magen wie ein Mülleimer.

Nach einer sauguaden Abfahrt vom Karwendelhaus ging es dann vom ?-Denkmal auf einem zunächst schmalen Pfad Richtung Falkenhütte. Kaum das der Weg breiter wurde, wurde er zum Ausgleich auch steiler. Bei 21% Steigung stand dann zumindest ich vor der Wahl meinen Kreislauf abzuschießen, oder doch lieber zu schieben. Immerhin kam selbst Jochen "die Wade" Schulz nur einen halben Meter weiter.

Kurz darauf kamen wir dann bei bestem Wetter an der Falkenhütte an. Kurz noch den Schlafplatz reserviert, trockene Klamotten angezogen, die nassen aufgehängt, und endlich gab es das wohlverdiente Gipfelbier.

Gegen später zogen wir uns dann mit den anderen Gästen in die Hütte zurück. Die vom guten Essen, und dem Bier ausgelöste gute Stimmung erhielt nur einmal einen kurzen Dämpfer: das nette Mädel vom Nebentisch hatte sich ausgiebig über einen Wüstling beschwerte, der seine Unterwäsche vor ihrem Schlafplatz aufgehängt hatte (Gesichtshöhe). Natürlich beteuerten wir alle unsere Unschuld, und verurteilten dieses Verhalten aufs Schärfste. Ein Bier und ein Schitzel später kamen wir dann nochmal auf das Thema Unterbringung zu sprechen, und Schulzi erzählte stolz, wie er seine Wäsche vor dem Platz Nr. 41 aufgehängt hatte. Das folgende eisige Schweigen des netten Mädels verriet uns dann wessen Platz das war...ganz grosses Kino.

Kleine Sünden bestraft der liebe Herrgott ja bekanntlich sofort. So verbrachte Jochen die Nacht zunächst in der Angst sein Nebenplatz könnte vom Hütten-eigenen Walfisch belegt sein, nur um dann überraschenderweise noch negativer durch Klaus überrascht zu werden. Abgesehen von dessen verblüffenden Fähigkeiten im Geruchs- und Soundbereich ist es schon eine Ehre die Nacht neben der einizgen lebenden Person zu verbringen, die den Titel "Schädel saudummst an den Balken ghaun" fünfmal in Folge gewonnen hat. Neben Klaus trafen wir auch die heutzugae in den Bergen nur noch selten anzutreffende Alpenaische...der Abend wurde immer besser.

Am nächsten Tag dann die Sensation: kein Kaffee für Schulz. Die Angst vor dem hygienischen Zustand der Toilette kann einem halt auch die liebsten Angewohnheiten verderben. Matze auf der anderen Seite hat sein "Morgentoilette" ausgiebig genossen, und eigentlich fand ichs auch ned so schlimm (wenn ich bloß nicht nach Matze aufs Klo gegangen wär).

Naja egal, auf jeden Fall waren wir alle voll der Freude auf den Trail der uns nun bevorstand. Es zeigte sich allerings recht schnell, dass er nicht wie am Vortag gedacht traumhaft zu fahren, sondern eher elend zu schieben war. Immerhin muss ich an dieser Stelle (ohne Eigenlob) auch mal anmerken, dass ich noch von allem am meisten gefahren bin. Nach der Plagerei dann noch eine saugeile Abfahrt, und dann kam die Stunde des Klink. Schmaler Waldpfad, bergauf, bergab, teilweise schwer zu fahren, und der Hund wird immer schneller. Zu allem Überfluss am Ende des Trails dann noch Sprüche wie: das hat jetzt aber mal richtig Spass gemacht.

Kurz vor Abschluss der Tour dann noch ein kleines Highlight: Flussdurchquerung. An der Fuhrt fand Jochen K. auch sein Traumrad (Epic), leider saß noch einer drauf. Als der Kerl das Rad dann auch noch durch die Fuhrt geschoben hat dachte ich für einen Moment das er von Jochen zwangsenteignet wird...

Der Rest verlief schön, aber unspektakulär, und nach einiger Zeit waren wir wieder in Mittenwald angekommen und feierten ein Wiedersehen mit den Mammis am Spielplatz.

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