| Höhenmeter: | 603 m |
| Strecke: | 75 km |
| Fahrtzeit: | 3:20 Stunden |
Die Früh begann mit der Erkenntnis, dass natürlich für das erste Stück Weg das wir nicht nach der Wegbeschreibung fahren wollten keine Karten vorhanden waren. Wir planten also die Ausweichstrecke über den Lago di Tenno anhand einer Touristenkarte, und machten uns auf den Weg.
Weit kamen wir allerdings nicht, da schon auf den ersten Metern der Abfahrt Jochens vordere Scheibenbremse erbärmlich quietschte. Bei näherer Betrachtung zeigte sich, dass die Regenabfahrt am Tag zuvor die Beläge wohl ziemlich beansprucht hatte: Jochen bremste schon mit dem blanken Metall. Nun gut, keine Panik, wir wussten ja nach Matzes Bremse nun wie es geht. Schade nur, dass man Jochen die falschen Beläge für sein Bremse verkauft hatte. Es blieb nur, die alten Beläge wiedereinzustetzen und nach einem Radgeschäft zu suchen. Was nun begann wird wohl als die "schwarze Serie der Fahrradläden" in die Geschichte des Radsports eingehen. Erster Ort nach der Abfahrt: Fahrradgeschäft vorhanden, Tür offen, aber Geschäft leider wegen Umbau geschlossen. Wir erhalten die Auskunft, dass es einen Ort weiter ein Fahrradgeschäft gibt. Also nix wie hin. Angekommen finden wir einen ziemlich professionell ausehenden Laden, der leider wegen Urlaub geschlossen ist. Im Laden sieht man im Regal die Bremsbeläge für alle jemals gebauten Bremsen demonstrativ aufgereiht. Super! Es ist natürlich der einzige Radladen in dem Nest. Aber nicht verzweifeln, am Tourismusamt erfahren wir, dass es zwei Ortschaften weiter noch einen Radladen gibt. Da es jetzt schon halb zwölf am Samstag ist bleibt nur eines: gestreckter Sprint. Wenn Jan Ullrich an dem Tag unterwegs gewesen wäre hätten wir ihn samt seinem Zeitfahrrad von der Piste gefegt. Naja vielleicht nicht ganz, aber ich war auf jeden Fall fertig als wir endlich an dem kleinen Radladen ankamen. Der sehr nette Verkäufer hörte sich unser Anliegen dann auch an, und meinte, dass er zwar leider keine Bremsbeläge für Scheibenbremsen führt, aber für nächstes Jahr auf jeden Fall welche bestellen wird. Porca Miseria! Wenigstens meint er noch, dass die Abfahrt vom Lago di Tenno auf der Asphaltstrasse auch mit nur einer Bremse machbar ist. Viel schöner wäre aber für Mountainbiker der Weg über die Schotterstrasse....
Was solls, durch den Langstrecken-Sprint lagen wir nun auf jeden Fall gut in der Zeit, und kamen kurz vor Mittag am Lago die Tenno an. Auch wenn sich die Abfahrt nicht mit dem Tremalzo vergleichen lässt kann man kaum beschreiben wie geil es ist nach so einer Tour bei bestem Wetter den ersten Blick auf den Gardasee werfen.
Nach der genussvollen Abfahrt ging es dann direkt an die Strandpromenade in Riva. Was da an Mountinbikes rumstand war nicht mehr feierlich, und wir mussten erstmal ein bisl suchen um einen geeigneten Platz zum Abstellen zu finden. Im Lokal unsere Wahl trafen wir dann natürlich wieder auf....die Lulus. Unglaublich. Nach kurzer gegegenseitiger Gratulation war dieses Kapitel dann auch abgeschlossen. Wobei ich mich immernoch frage was wohl mit "wir haben uns heute einen Ruhigen gemacht" gemeint war, eine Busfahrt vielleicht?
Im Anschluss an das wirklich hervorragenden Siegermahl (unter anderem weil Jochen bezahlt hat) trafen wir uns dann am Kongresszentrum mit den Mädels. Man muss es ihnen wohl hoch anrechnen, dass sie uns stinkend und bärtig wie wir waren trotzdem gebührend in Empfang nahmen. Es bleibt eigentlich nicht viel zu sagen, außer dass wir auf dem Fahrrad schneller in der Pension waren als die Mädels mit dem Auto :-)